Das Klima unserer Städte verändert sich – und damit auch die Art und Weise, wie wir das urbane Leben organisieren. Da Hitzewellen häufiger werden und Städte weiter wachsen, sind präzise, zukunftsorientierte Temperaturdaten entscheidend, um eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Bei meteoblue stellen wir uns dieser Herausforderung, indem wir hochauflösende Prognosetools direkt in unsere öffentlichen Plattformen integrieren. So entsteht ein klareres Bild davon, wie sich Hitze innerhalb unserer Städte verteilt.
Der 6-Stunden-Sprung: Planung für die unmittelbare Zukunft
Bisher lieferten unsere öffentlichen Urbanen Temperaturkarten einen Nowcast – also eine hochpräzise Darstellung der Temperatur für die aktuelle Stunde. Diese Momentaufnahme ist zwar wichtig für das Monitoring der aktuellen Situation, reicht in dynamischen städtischen Umgebungen jedoch oft nicht aus. Gebäudedichte, Asphaltflächen und Grünräume erzeugen komplexe Wärmemuster, die sich ständig verändern. Wir freuen uns daher, bekannt zu geben, dass alle Urbanen Temperaturkarten auf der meteoblue-Website um eine 6-Stunden-Vorhersage erweitert wurden. Nutzerinnen und Nutzer können damit nicht nur die aktuelle Hitzesituation sehen, sondern auch nachvollziehen, wie sich die Temperaturen in einzelnen Stadtvierteln in den kommenden Stunden entwickeln werden. Für professionelle Planungsanforderungen können unsere internen Systeme auf Anfrage sogar detaillierte urbane Temperaturprognosen für bis zu sieben Tage bereitstellen.
Die Technik dahinter: Nowcast vs. Forecast
Um diese Karten optimal zu nutzen, ist es hilfreich, die beiden „Datenmodi” zu verstehen. Der Nowcast liefert eine Echtzeitaufnahme der aktuellen Situation. Dabei werden Daten aus einem Netzwerk lokaler IoT-Sensoren sowie Satellitendaten kombiniert, um möglichst genau abzubilden, was im Moment passiert. Die Vorhersage (Forecast) basiert auf numerischen Wettermodellen, die zukünftige atmosphärische Bedingungen berechnen und daraus Temperaturentwicklungen ableiten. Die neue 6-Stunden-Vorhersage schließt die Lücke zwischen der aktuellen Situation und der nahen Zukunft und hilft so, Temperaturentwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Hyperlokale Daten mit 10-Meter-Auflösung
Ein entscheidender Vorteil dieser Karten ist ihre räumliche Auflösung von 10 Metern. Mithilfe fortschrittlicher Downscaling-Techniken werden damit Temperaturinformationen auf Nachbarschaftsebene bereitgestellt – statt nur als Durchschnittswerte für eine ganze Stadt. Dieses Detailniveau ist besonders wichtig für den Gesundheitsschutz, da Behörden Hitze-Stress in Echtzeit überwachen und gefährdete Bevölkerungsgruppen gezielt schützen können. Gleichzeitig können Architektinnen, Stadtplaner und kommunale Entscheidungsträger diese Daten nutzen, um wirksame Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln – beispielsweise durch die Planung sogenannter „Cool Islands“, also kühlender Stadtbereiche.
Über die Stadtplanung hinaus unterstützen diese Daten auch das Energie- und Infrastrukturmanagement. Energieversorger können damit den Bedarf an Kühlung genauer prognostizieren, während Verkehrs- und Infrastruktursysteme besser auf hitzebedingte Risiken vorbereitet werden können. Auch für die Planung von Veranstaltungen bieten die Karten wertvolle Informationen: Veranstalter können standortgenaue Entscheidungen treffen, um bei Outdoor-Events die Sicherheit und das Wohlbefinden der Teilnehmenden zu gewährleisten.
Wir laden Sie ein, diese erweiterten Karten direkt auf unserer Website zu erkunden und selbst zu erleben, wie diese Werkzeuge helfen, sich in einer zunehmend wärmeren Welt besser zurechtzufinden.