Zürich - Lage und Klima

Allgemeine Informationen über die Stadt

Zürich liegt auf dem Schweizer Mittelland am nördlichen Ende des Zürichsees. Mit mehr als 400,000 der Einwohner ist Zürich die größte Stadt der Schweiz. Zwei Flüsse, Limmat und Sihl, durchfließen das Stadtgebiet von Süden nach Nordwesten. Das Klima ist gemässigt, Winde aus dem Westen bringen oft Niederschläge, und die sogenannte Bise, ein lokales Ostwindsystem, bringt kühlere und trockene Luft von Ost nach Nordost. Der alpine Föhn beeinträchtigt die Stadt nur selten.

Echtzeitdaten

Bei diesen Messungen handelt es sich um Rohdaten. Temperatur- und Niederschlagsdaten können durch Gebäude und andere Infrastruktur beeinflusst sein. Daten auf dieser Webseite sind © meteoblue.com.

Klima der Stadt

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9.4°C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 1136 mm, wobei fast die Hälfte zwischen Mai und August in Form von meist konvektiven Niederschlägen fällt. In der Stadt Zürich kann im Durchschnitt mit 88 Frosttagen (Tmin < 0°C) und 26 Eistagen (Tmax < 0°C) gerechnet werden. Es gibt im Durchschnitt 30 Sommertage (Tmax > 25°C) und 3 Hitzetage (Tmax > 30°C) pro Jahr. Diese Messungen sind jedoch in der Regel nicht repräsentativ für das gesamte Stadtgebiet, da sich die offizielle Messstation für Zürich am Hang des Zürichbergs, etwa 150 m über dem Stadtzentrum, befindet. Der jüngste "Masterplan Stadtklima" der Stadt Zürich dokumentiert 10 - 20 Hitzetage pro Jahr, und es ist zu erwarten, dass diese Zahl in Zukunft noch weiter ansteigen wird. Eine deutliche Variation der Temperaturen im Laufe der Jahre, im Zürcher Stadtgebiet und in der Umgebung unterstreicht die Bedeutung von kleinräumigen Lufttemperaturmessungen innerhalb der Stadt. Die höchste jemals in der Stadt Zürich gemessene Lufttemperatur betrug 37.7°C und wurde im Juli 1947 gemessen. Da Hitzewellen und Hitzetage aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger auftreten werden, müssen Maßnahmen zur Klimaanpassung in der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden.

Topographie der Stadt und der Landflächen

Das Stadtklima in Zürich wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Kalte Luft strömt nachts von den Hängen der umliegenden Hügel in die Stadt und kühlt die Vorstadtgebiete am Fusse der Hügel erheblich ab. Beispielsweise strömen kalte Luftmassen, die vom Hang des Uetlibergs kommen, in Richtung des Zürcher Stadtzentrums. Besonders wirksam ist die Kaltlufteinströmung in Grünanlagen und Parks. Diese Flächen sind zahlreich und über die ganze Stadt verteilt (z.B. Rieterpark, Platzspitz, Seepromenade, und Bäckeranlage). Auch im dicht bebauten Zentrum finden sich kleine Parks. Umgekehrt sind grosse Gebiete nördlich des Stadtzentrums von Eisenbahnschienen überzogen. Diese versiegelten Flächen führen zu zusätzlicher Erwärmung und bilden lokale Wärmeinseln. Die Stadt Zürich ist im Westen (Uetiberg), Norden (Käferberg und Hönggerberg) und Osten (Zürichberg und Adlisberg) von einem grossen Waldgebiet umgeben. Diese Gebiete liegen höher als das Stadtzentrum und sind typischerweise 2-5 Grad kühler. Auch der Zürichsee im Süden des Stadtgebiets trägt im Sommer zur Abkühlung der Vorstadtgebiete bei. Die städtebauliche Entwicklung neuer Areale, wie im Zentrum von Zürich, im Limmattal und in Richtung Oerlikon, erhöht jedoch die Anfälligkeit der Stadt für Hitzewellen.

Lokale Klimazone

Was ist eine lokale Klimazone (Local Climate Zone, LCZ)?

LCZ sind ein Mittel zur Klassifizierung von Oberflächentypen, die das lokale Klima unterschiedlich beeinflussen. 10 LCZ-Typen ("1-10") beschreiben bebaute Gebiete in Bezug auf Gebäudetypen und räumliche Anordnungen, Materialien, menschliche Aktivitäten, Pflanzen, Bodenoberflächeneigenschaften usw. 7 weitere Typen ("A-G") beschreiben die Landbedeckung im Hinblick auf Pflanzenbedeckung und Bodenoberflächeneigenschaften. Eingeführt wurde die Definitionen der LCZ in einer Publikation von Stewart, I.D. und Oke, T.R. 2012. Local Climate Zones for urban temperature studies. Bulletin of the American Meteorological Society, 93: 1879-1900.

Beschreibung der lokalen Klimazone

1. Kompakte Hochhäuser (Compact high-rise):

Die LCZ 1 ist gekennzeichnet durch eine kompakte Mischung aus hohen Gebäuden (mehr als 10 Stockwerke) mit Baumaterialien aus Beton, Stahl, Stein und Glas. Es gibt wenig oder keine Vegetation und die Oberflächen sind meist gepflastert.

2. Kompakte Mittelhäuser (Compact midrise):

Die LCZ 2 ist gekennzeichnet durch eine kompakte Mischung von mittelhohen Gebäuden (3-9 Stockwerke) mit Baumaterialien aus Beton, Stahl, Stein und Glas. Es gibt wenig oder keine Vegetation und die Oberflächen sind meist gepflastert.

3. Kompakte Flachbauten (Compact low-rise):

Die LCZ 3 ist gekennzeichnet durch eine kompakte Mischung von Flachbauten (1-3 Stockwerke) mit Baumaterialien wie Beton, Stahl, Stein und Glas. Es gibt wenig oder keine Vegetation und die Oberflächen sind meist gepflastert.

4. Offene Hochhäuser (Open high-rise):

Die LCZ 4 ist durch eine offene Anordnung hoher Gebäude (mehr als 10 Stockwerke) aus Baustoffen wie Beton, Stahl, Stein und Glas gekennzeichnet. Niedrige Pflanzen und vereinzelte Bäume schaffen eine durchlässige Bodenbedeckung.

5. Offene Mittelhäuser (Open midrise):

Die LCZ 5 ist durch eine offene Anordnung von mittelhohen Gebäuden (3-9 Stockwerke) mit Baustoffen aus Beton, Stahl, Stein und Glas gekennzeichnet. Niedrige Pflanzen und vereinzelte Bäume schaffen eine durchlässige Oberflächenbedeckung.

6. Offene Flachbauten (Open low-rise):

Die LCZ 6 zeichnet sich durch eine offene Anordnung von Flachbauten (1-3 Stockwerke) mit Baustoffen aus Beton, Stahl, Stein und Glas aus. Niedrige Pflanzen und vereinzelte Bäume schaffen eine durchlässige Oberflächenbedeckung.

7. Flachbauten mit Leichtbauweise (Lightweight low-rise):

Die LCZ 7 ist durch eine kompakte Mischung aus eingeschossigen Gebäuden aus leichten Baustoffen wie Holz, Stroh und Wellblech gekennzeichnet. Es gibt wenig oder gar keine Vegetation und die Oberfläche ist überwiegend verdichtet.

8. Grosser Flachbau (Large low-rise):

Die LCZ 8 ist durch eine offene Anordnung grosser Flachbauten (1-3 Stockwerke) aus Baustoffen wie Beton, Stahl, Stein und Metall gekennzeichnet. Es gibt wenig oder keine Vegetation und die Oberfläche ist überwiegend versiegelt.

9. Spärlich bebaut (Sparsely built):

Die LCZ 9 ist durch eine spärliche Anordnung kleiner oder mittlerer Gebäude in einer natürlichen Umgebung gekennzeichnet. Niedrige Pflanzen und vereinzelte Bäume schaffen eine durchlässige Bodenbedeckung.

10. Schwerindustrie (Heavy industry):

Die LCZ 10 ist durch niedrige bis mittelhohe Industriebauten wie Türme, Becken und Schornsteine mit Baustoffen aus Metall, Stahl und Beton gekennzeichnet. Es gibt wenig oder keine Vegetation, und die Oberfläche ist meist versiegelt oder verdichtet.

A. Dichte Baumbestände (Dense trees):

Die LCZ A ist durch Laub- und/oder immergrüne Bäume gekennzeichnet. Es handelt sich um eine stark bewaldete Landschaft, und die Landbedeckung ist grösstenteils durchlässig. Natürlicher Wald, Baumschulen oder städtische Parks gehören zu dieser Zone.

B. Vereinzelte Bäume (Scattered trees):

Die LCZ B ist durch Laub- und/oder immergrüne Bäume gekennzeichnet. Es handelt sich um eine leicht bewaldete Landschaft, und die Landbedeckung ist grösstenteils durchlässig. Natürlicher Wald, Baumschulen oder Stadtparks gehören zu dieser Zone.

C. Busch, Gestrüpp (Bush, scrub):

Die LCZ C ist durch eine offene Anordnung von Büschen, Sträuchern und kurzen, verholzten Bäumen gekennzeichnet. Die Landbedeckung ist meist durchlässig mit kahlem Boden oder Sand. Natürliches Buschland oder landwirtschaftliche Flächen gehören zu dieser Zone.

D. Niedrige Pflanzen (Low plants):

Die LCZ D ist durch eine karge Landschaft mit Gras- oder Krautpflanzen oder Nutzpflanzen gekennzeichnet. Es gibt wenig oder keine Bäume. Natürliches Grasland, Landwirtschaft oder städtischer Park gehören zu dieser Zone.

E. Nacktes Gestein oder Pflaster (Bare rock or paved):

Die LCZ E ist durch eine karge Landschaft aus Gestein oder Pflaster gekennzeichnet. Es gibt wenig oder keine Vegetation. Natürliche Wüste (Fels) oder städtische Verkehrswege gehören zu dieser Zone.

F. Vegetationsloser Boden oder Sand (Bare soil or sand):

Die LCZ F ist durch eine karge Landschaft aus Erde oder Sand gekennzeichnet. Es gibt oft wenig oder keine Vegetation. Natürliche Wüste (Fels) oder landwirtschaftliche Flächen gehören zu dieser Zone.

G. Wasser (Water):

Die LCZ G ist durch grosse, offene Gewässer wie Meere und Seen oder kleine Gewässer wie Flüsse, Stauseen und Lagunen gekennzeichnet.

Meteorologische Diagramme

5-Tage Meteogramm

Unser 5-Tage Meteogramm für Zürich bietet alle Wetterinformationen in 3 einfachen Grafiken:

  • Temperaturverlauf mit Wetter-Piktogrammen. Die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist in gelb eingezeichnet.
  • Wolken in verschiedenen Höhenschichten: wenige Wolken (hellgrau) bis dichte Wolken (dunkelgrau). Dunkle blauen Balken zeigen den stündlichen Niederschlag, hellblaue Schauer. Ein Sternchen bedeutet Schneefall.
  • Windgeschwindigkeiten sind hellblau und Windböen in türkis angezeigt. Die Pfeilspitzen zeigen in die gleiche Richtung wie der Wind.
meteoblue

Historische Wetterinformationen

Tropennächte, Sommer- und Hitzetage sind gute Indikatoren zur Klassifizierung von Hitze und möglichem Hitzestress im Sommer:

  • Sommertag (orange): Sommertage werden als Tage mit einer maximalen täglichen Lufttemperatur von mehr als 25 Grad definiert. Sommertage können vor allem bei älteren und kranken Menschen zu Hitzestress führen.
  • Hitzetag (rot): Hitzetage werden als Tage mit einer maximalen täglichen Lufttemperatur von mehr als 30 Grad definiert. Hitzetage können bei den meisten Menschen starken Hitzestress verursachen.
  • Tropennacht (blau): Tropennächte werden als Nächte (von 18.00 Uhr bis 6.00 Uhr) klassifiziert, in denen die minimale Lufttemperatur nicht unter 20 Grad sinkt. Tropische Nächte können aufgrund unzureichender nächtlicher Erholung starken Hitzestress verursachen.

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